Nach dem Morea-Krieg Ende des 17. Jahrhunderts stellten die Brüder Ivan Petar, Juraj und Ivan Marchi der Republik Venezien ihren Plan für die Besiedlung und Abwehr der Westküste von ©olta vor.

Sie richteten an den venezianischen Providur Alviso Moceniga III. die Bitte, ihnen in der Bucht Maslinica auf der Insel ©olta den Bau eines Turmes, und eines umliegenden Dorfes mit einer Kirche zu erlauben. Die venezianische Regierung hat die Besiedlung der öden Buchten befürwortet, weil die neuen Bewohner den verwachsenen Grundbesitz bestellt und bei Piratenangriffen den Hafen und das Inselinnere verteidigt haben.

Mit dem Erlass vom 25. August 1703 erteilte die venezianische Regierung die Genehmigung für den Bau des Turmes, des Dorfes und der Kirche und stellte 200 Kampe Boden zur Verfügung, unter der Bedingung, dass auch die Gemeinde Split zustimmt, weil sich der Besitz auf ihrem kommunalen Territorium befindet.
©olta war ein bedeutendes Eigentum der Stadt Split, wichtiges Viehzuchtgebiet und Quelle landwirtschaftlicher Erträge sowie ein mögliches Refugium. Aus diesem Grund beantragen die Marchis vom Großen Rat Split, ihnen in Maslinica 100 Kampe Land zu verpachten, damit die Zuwanderer den Boden bestellen und in der Bucht, die einen freien Zugang zu dem Ort Donje Selo gewährte, Wache halten konnten.
Während des More-Krieges stürmten die Türken aus Ulcinj nämlich mit Schiffen in unverteidigte Buchten wie Maslinica und plünderten im Jahr 1696 Donje Selo und nahmen 64 Menschen als Sklaven.

Nur wenige Bewohner waren erwerbsfähig, da die erwachsenen Männer in den Militärdienst eingezogen wurden oder als Ruderer auf Galeeren dienten, so dass der Boden hauptsächlich von Frauen, Kindern und Alten bearbeitet wurde. Die Entvölkerung der Insel ©olta, die Ausgesetztheit von Piratenangriffen und die Nähe der türkischen Grenze bei Split haben zur geplanten Besiedelung mit der Bevölkerung aus dem Hinterland der Provinzen Dalmatinska zagora, Zaostroga und Prugova beigetragen.

Der Baubeginn der Familie Marchi datiert aus dem Jahr 1706 als sie die kleine Votivkirche oberhalb der Bucht Maslinica zur Erinnerung an ihren Großvater Nikola errichteten und diese dem Hl. Nikolaus, dem Schutzheiligen der Seefahrer widmeten.

Die Kirche wurde an dem strategisch bedeutenden Standort gebaut, der seit eh und je zur Aussicht und Überwachung der Bewegung der Schiffe im Kanal und den benachbarten Buchten diente.
Der Zugang zur Kirche führte zum Schloss in der Bucht unmittelbar an seiner westlichen Seitenfront hinab. Der Bau des Schlosses dauerte zwei Jahre nach der Kirche des Hl. Nikolaus und fand unter umfangreichen Vorarbeiten und großen Anstrengungen der Kolonisten, die eine bedeutende Hügelfläche ausgehoben, das Gestein vor Ort aufgesammelt und in die Verteidigungsmauer des zukünftigen Schlosses eingebaut haben.
Das Schloss war als Militärfestung mit geräumigem Innenhof und hervorgehobenem Turm in der Hinterfront als letztem Abwehrpunkt geplant.

An der Frontseite oberhalb des Haupteingangs ist eine Kartusche mit folgender Inschrift in lateinischer Sprache eingebaut, die an den Bau des Schlosses erinnert und die Brüder Marchi als Wohltäter und Gründer der ersten Siedlung im Hafen darstellt:

QVO NAVTIS AD OLIVE POR
TVM APVLVS TVTIORFO
RFT TEMPLVM RELIGIONI
AQVARVM RECEPTACVLVM
NECESSITVDINI SVE FOSSO
MONTE DEDVCTIS COLONIS IM
PENSIS INGENTIBVS .. TRVXE
RVNT COMS FRATRES
ANNO DNI MDCCVIII
"Um den Schiffsleuten das Anlegen
in Maslinica sicherer zu machen,
errichteten Fürsten und Gebrüder
den Glaubenstempel, die Wasserstelle,
hoben für den Eigenbedarf den Hügel aus,
siedelten Zuwanderer an,
mit großen Unkosten,
im Jahre des Herrn 1708"

Da die Familie keine männlichen Nachkommen hatte, hinterließ Ivan Petar sein Vermögen den Erben seiner Schwester Domenika, die mit dem Adeligen Ivan Alberti aus Split verheiratet war, bzw. den Kindern ihrer Tochter Vicenza, verheiratet mit Ivan Martinis aus Bol, unter der Bedingung, dass diese den Familiennamen Martinis-Marchi weiterführen.

Ende des 19. Jahrhunderts beginnt allerdings die Familie Alberti unter großer Schuldenbelastung mit der Veräußerung ihres reichen Inventars, und somit auch des Schlosses. Sie sind gezwungen, das Schloss an Karlo Bay aus Split zu verkaufen.
Jahrzehntelang war das Schloss vernachlässigt und dem Verfall ausgesetzt. In den 60-er Jahren wurde es unangemessen zum Hotel umgebaut, wodurch die innere Raumaufteilung und das Aussehen der Räume völlständig verloren gingen.

Erst im Jahr 2002 wurde mit der gründlichen Renovierung des Schlosses unter strenger Aufsicht der Restauratoren begonnen. Ende des Jahres 2004 erschien das Schloss wieder in alter Pracht, die es verdient.