MASLINICA


Täglich verabschiedet sich die am westlichsten auf der Insel ©olta gelegene Ortschaft Maslinica im Abendrot gebadet von der Sonne.

Dieser Fischerort wurde 1703 gegründet, als die Adelsfamilie Marchi von dem venezianischen Providur eine Genehmigung für die Errichtung eines Dorfes und Schlosses mit Festungstürmen zum Schutz vor Piratenangriffen erbeten hat. Die Piratenangriffe waren zu dieser Zeit häufig und erbittert, so dass das Bauwerk der Brüder Marchi robust und standhaft sein musste. Das Schloss strahlte Sicherheit aus und langsam entstanden in Schlossnähe bürgerliche Häuser, die sich bereits seit Jahrhunderten dem Zahn der Zeit und dem dickköpfigen menschlichen Wesen widersetzen.

Bei Betrachtung dieses barocken Gebäudes, umringt von alten Steinhäusern, hört man in der Phantasie leicht das Geläute der Alarmglocken, das Knirschen der Ruder von den Galleeren und das Donnergeräusch der Schutzkanonen, das die Schreie der brutalen Eroberer übertönt.

Heute kann man den Blick in diesem dalmatinischen Paradies kaum beruhigen. Der Blick schweift ständig vom dichten Tannenwald im Süden über die Steingebäude und alten Fischerhäuser im Hafen bis hin zum Archipel von sieben Inseln, die aus der blauen Adria entspringen und die Sonnenstrahlen brechen.


 

 

 

  ©OLTA -die Insel der Fischer und Arbeiter


Karg, brutal und gnadenlos hat ©olta jahrhundertelang ihre Bewohner in die weite Welt vertrieben, wo sie mühselig mit gekrümmtem Rücken, geschundenen Händen Reichtum und Ansehen erlangt haben. Die meisten von ihnen sind niemals zum kargen ursprünglichen Stein zurückgekehrt.

Ehemals, vor etwa 1700 Jahren wurde ©oltu vom Kaiser Diokletian besucht, der neben seinem Palast in Split gerade auf ©olta seinen Fischteich baute. Volkserzählungen zufolge hat auch die illirische Königin Teuta ihre Gemächer in Senjska, einer der zahlreichen zauberhaften Buchten auf ©olta errichtet.

Einige haben die Kargheit von ©olta nicht beachtet. Der Vater der kroatischen Literatur Marko Maruliæ hat nur die jungfräuliche Natur gesehen, die Einsamkeit genossen und gefühlvoll festgehalten:

Du weisst, ich wohne auf einer nicht zu entfernten Insel,
die von der Stadt nur hundert Meilen entfernt ist.
Wenn Freunde bei mir sein wollen,
um meine heilige, ländliche Ruhe zu genießen,
trägt sie Ruderboot schnell, in kaum sieben Stunden,
hierher, wo ich alleine verweile.

©olta, die Insel der Fischer und Arbeiter, Oliven und Weinberge ist heute eine unschätzbare geöffnete Kiste, in der die Zeit bereits vor langer Zeit angehalten wurde und die Erinnerungen an einen vergessenen Mediterran aus vergangenen Zeiten weckt.
Spazierend durch die alten, engen Steingassen, mit Blick auf die grauen Dächer der Arbeiter, Fischer und Seefahrer in deren alten Höfen noch heute Feigen getrocknet werden und der Duft des herben Weins aus den alten Konoben (dalmatinische Tavernen) betäubt diese paradiesische dalmatinische Kleininsel alle Sinne.

Die Orte auf der Insel sind verspielt wie Kinder, jeder mit seiner Geschichte und seinem historischen Hintergrund.

Die ersten Siedlungen entstanden weiter entfernt vom Meer und den Gefahren, die das Meer birgt. Grohote, der älteste Ort ist bereits seit 1811 der Gemeindesitz. Der archäologische Fund des Taufbeckens zeugt vom Prozess der Christianisierung der illyrisch-romanischen Bevölkerung der Insel im V. und VI. Jh. Heute ist Grohote das natürliche, politische und wirtschaftliche Zentrum der Insel.

Gornje, Srednje und Donje Selo sind typische mediterrane Inselorte, die uns mit ihren sich schlängelnden engen Gassen und Steinwänden in die weite Vergangenheit versetzen. In diesen Orten strahlt in den Steintrögen in vielen Konoben das in seiner Reinheit und Qualität weit bekannte und in jahrhundertealtem Verfahren gewonnene goldgelbe Olivenöl, für dessen Kauf Sie erst das Vertrauen der meist angenehmen und herzlichen Gastgeber gewinnen müssen.

Die an der Küste gelegenen Ortschaften entstanden viel später. Dem bereits beschriebenen Ort Maslinica ist Stomorska, der Ort der hundert Meere, dessen Steilhang in das Meer herabfällt und in dem Blau verschwindet, das die Seefahrer in Erinnerungen an ihren Geburtsort zurückkehren lässt.

Neèujam, das ehemalige Vallis surda – taube Bucht, der Landsitz der Dichter Maruliæ und Hektoroviæ ist heute ein modernes Tourismuszentrum.Rogaè als wichtigster Hafen der Insel stellt heute die Verbindung zwischen ©olta und Split dar und begrüßt am Wochenende viele müde und Erholungssuchende aus Split. Dabei erinnert sich Rogaè an nicht so weit zurückliegende Zeiten, als ©olta weitaus mehr Reisende verabschiedete als empfing.



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